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Von vergessener Leidenschaft und großen Träumen

Sonntag, 19. November 2017

Es war vollkommen still. Nur ein leises Kratzen war zu hören. Hin und wieder ein Rascheln, wenn sie die Seite umblätterte. Gebannt betrachtete sie die Bleistiftmine, die in fließender Bewegung über das Papier glitt. Sie sah ihre Gedanken, schwarz auf weiß. Ganz selbstverständlich, als hätte sie nie damit aufgehört: Schreiben um des Schreibens willen. Weil ihr Herz schneller zu schlagen begann, immer wenn sie ihr Notizbuch aufschlug und ihre Gedanken in altbekannter Euphorie übersprudelten.

Warum Pläne nicht in Stein gemeißelt sind

Sonntag, 8. Oktober 2017

 
Wer meinen Blog schon eine Weile liest, wird gemerkt haben: Pläneschmieden ist voll mein Ding.  Besonders was meine berufliche Zukunft betrifft. Doch was, wenn der Plan nicht aufzugehen scheint? Wenn sich von Zeit zu Zeit alles falsch anfühlt und plötzlich doch nicht mehr so klar ist, in welche Richtung es eigentlich weitergehen soll (hier geht's zum Artikel)?

Inspiration: Zitate für mehr Gelassenheit und Motivation

Sonntag, 27. August 2017


Inspiration  - sie ist ein Anstoß, um in eine neue Richtung zu denken, den Horizont zu erweitern und der Fantasie freien Lauf zu lassen. Dabei sieht sie für jeden anders aus. Von Farbkombinationen über Worte und Strukturen bis hin zu besonderen Bewegungen können wir uns von vielerlei Dingen und Situationen inspirieren lassen. Auch kurze Sprüche und Zitate gehören für mich dazu. Die folgenden Zehn sind meine aktuellen Lieblinge, die mich besonders zum Nachdenken anregen, mich motivieren und ermutigen, wenn es mal drunter und drüber geht.

Von Selbstvertrauen und halbherzigen Entscheidungen

Sonntag, 20. August 2017

Ab nächster Woche esse ich keine Süßigkeiten mehr, gehe alle zwei Tage zum Sport und koche jeden Abend etwas Frisches. Kommt euch dieses Vorhaben bekannt vor? Ich kenne solche Vorsätze zur Genüge. Die Male, die ich mich hingegen tatsächlich an den beschlossenen Plan gehalten habe, lassen sich an einer Hand abzählen. Ein Phänomen, das wohl schon jeder einmal an sich beobachtet hat. Doch können wir über die Endlosschleife aus Pläneschmieden und wieder Verwerfen tatsächlich schmunzeln oder zieht sie doch nicht so spurlos an uns vorbei, wie wir immer denken?

Von Komfortzonen und kaltem Wasser

Montag, 12. Juni 2017


Neues Auszuprobieren erfordert Mut. Doch viel zu oft machen Überlegungen über das "Was wäre wenn" kurzen Prozess mit ungewöhnlichen, verrückten, vielleicht sogar genialen Ideen. Liebend gern igeln wir uns dann in unserer persönlichen Komfortzone ein. Ich kann das doch sowieso nicht, Andere sind viel talentierter als ich, ich werde mich total blamieren sind die Klassiker, wenn es darum geht, einen großen Bogen um das kalte Wasser zu machen, anstatt mit Anlauf reinzuspringen. Schade eigentlich. Denn was wäre schon wenn?

Warum die falsche Abzweigung auch nur ein Umweg ist

Freitag, 16. Oktober 2015


Ich hab's geschafft, hallte es immer wieder in meinem Kopf, während ich mich ungläubig in der leer geräumten Wohnung umschaute. Drei Jahre voller Anstrengung, Tränen und Schweiß, aber auch lautem Lachen und glücklichen Momenten lagen hinter mir. Ich wusste gar nicht, was ich zuerst fühlen sollte. Freude, den Liebsten, meine Freunde und Familie wieder in die Arme zu schließen? Wehmut die liebgewonnenen Kollegen zurückzulassen? Neugier, welche Herausforderungen wohl auf mich warteten? Oder doch das flaue Gefühl der Ungewissheit aus genau demselben Grund?

Warum wir die Ursache nicht beim Namen nennen

Freitag, 7. November 2014

"Wir werden sowieso hier rausgeworfen, ich sag's dir", schloss meine Kollegin ihre Schimpftirade nach gefühlten zehn Minuten verheißungsvoll ab. Eine Veränderung stand bevor. Auch wenn es nichts Dramatisches war, waren die Gemüter dennoch erhitzt. Besonders besagte Kollegin schien über Wochen hinweg etliche Horrorszenarien in ihrem Kopf durchzuspielen. "Wir werden sowieso den Kürzeren ziehen. Es ist doch immer so", setzte sie mit durchdringendem Blick noch einmal nach. Entsetzt schlug Kollegin Nummer Zwei, die gerade herein gekommen war, die Hand vor den Mund, die Augen weit aufgerissen: "Wirklich? Ich wusste es! Uns fragt doch eh niemand. Es wird 100%ig so kommen", feuert sie die erste Kollegin wieder an. "Jetzt reicht´s aber langsam", übertöne ich das Geschnatter. Und tatsächlich halten beide für einen kurzen Moment den Mund und schauen mich erstaunt an.

Warum wir die Regeln neu schreiben sollten

Freitag, 4. Juli 2014


"Ich werde dir gleich Anweisungen geben. Du machst einfach das, was dir als erstes dazu einfällt. Ok?", sagte die Regisseurin zu einer jungen Frau, die vor der Kamera steht. Sie nickt. "Zeig mir wie ein Mädchen läuft", fordert die Regisseurin auf. Die junge Frau läuft los, wirft dabei den Kopf von links nach rechts, strahlt vor sich hin und wackelt unbeholfen mit den Armen herum.
Sie ist nicht die Einzige, die eine eher unterhaltsame Interpretation vorführt. Männer, Frauen, kleine Jungs - alle machen es ihr unabhängig von einander nach. Wen wundert es? Schließlich entspricht doch genau das dem Klischee, das von klein auf suggeriert wird: Mädchen seien unbeholfen, albern und schwach.

Warum wir uns öfter selbst verzeihen sollten

Freitag, 6. Juni 2014


Zufrieden legte ich den Stift bei Seite und überflog die krakeligen Zitate, die ich in den vergangenen zwei Stunden zu Papier gebracht hatte. Sie stammten von einem Yoga Lehrer, der mir für meine Reportage (hier geht's zum Artikel) Rede und Antwort gestanden hatte. "Darf ich dich jetzt auch mal etwas fragen?", erkundigte er sich, kaum hatte ich den Notizblock zugeklappt. "Natürlich", entgegnete ich verdutzt. "Welche Sorgen haben sich in deiner Stirn festgesetzt?" Verständnislos schaute ich ihn an. Was für Sorgen? Und was hatten die auf meiner Stirn zu suchen?

Das Fräulein und die sozialen Netzwerke

Freitag, 9. Mai 2014

Heute mal ein Text außer der Reihe. Er ist letzten Winter entstanden, als ich mir in einer Vorlesung 
Gedanken über "Vernetzung" machen sollte. Ich hoffe er gefällt euch!

 Es ist Samstagabend. Offensichtlich gelangweilt nippe ich an meinem Cocktail und schaue in der Gegend herum. Meine Begleitung scheint das nicht einmal zu bemerken. Ihre kunstvoll hergerichteten Gläser stehen noch immer unangerührt vor ihnen. Die Eiswürfel haben sogar schon zu schmelzen begonnen. Stattdessen tippen sie unermüdlich auf ihren Smartphones herum. Ich räuspere mich. Keine Reaktion. "A., wie lief es gestern Abend eigentlich mit S.?“, starte ich einen Versuch, die Aufmerksamkeit meiner Freundinnen wieder zurück an unseren Tisch zu holen. „Moment noch...“, murmelt A. und lädt einen Post mitsamt Markierung bei Facebook hoch. Verärgert wende ich mich L. zu. Doch sie ist gerade damit beschäftigt die vollen Cocktailgläser zu fotografieren und – darauf könnte ich wetten – bei Instagram hochzuladen. Seufzend lehne ich mich zurück und schaue mich um.

Warum das Leben vorbeizieht und wir nur hinterher winken

Freitag, 7. Februar 2014


"Was war in letzter Zeit bei dir so los?" Erwartungsvoll schaut mich die lang verschollene Freundin an. Gute Frage. Ich kann mich nicht einmal mehr daran erinnern, was ich vor zwei Tagen zu Mittag gegessen habe, geschweige denn, was in den letzten Tagen, Wochen oder Monaten passiert ist. Ganz unschuldig bin ich daran nicht, wenn ich so darüber nachdenke. Schließlich gehört Multitasking zu meinen Spezialitäten. Und plötzlich geschieht eben genau das: ich habe keine Ahnung, was ich die letzten Stunden eigentlich getan habe. Sang- und klanglos plätschert die Zeit dann an mir vorbei, ohne dass ich auch nur mit der Wimper zucke. Oft genug geschieht das auch, wenn ich mich in Gedanken in naher - meistens jedoch in ganz schön ferner - Zukunft befinde. Dann geistern Fragen wie "Was könnte ich in zwei Wochen zum Mädelsabend anziehen?" oder "Wie könnte es beruflich in einigen Jahren weitergehen?" im überfüllten Kopf herum.

Warum Schweigen nicht immer Gold ist

Dienstag, 11. Juni 2013


"Wenn du nichts zu sagen hast, dann tu' den Leuten einen Gefallen und halt die Klappe." Zack - das saß. Ungläubig starrte ich ihn an, den Mann, dessen Job es war, seine Studenten zu ermutigen, wenn sie mit der ein oder anderen Hürde zu kämpfen hatten. Ein kleiner Satz mag man meinen, doch seine Bedeutung erschütterte mich zutiefst. In der Tat, es gab sie, es gibt sie und es wird sie immer geben: diese Leute, die pausenlos reden, ob sie nun etwas zu sagen haben oder nicht. Während einige das Weite suchen, erliegen andere ihrem Wortschwall. Lassen sich berieseln, genießen vielleicht sogar den Moment der Stille im eigenen Kopf, wenn die Gedanken zur Ruhe kommen und keinerlei Reaktion auf das Erzählte erwartet wird. Doch darum ging es nicht. Es ging um weitaus mehr. Es ging um die Zukunft. 
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