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Warum wir mehr Stärken haben, als wir denken

Sonntag, 13. August 2017

Warum wir mehr Stärken haben, als wir denken Jeder Mensch hat Stärken, heißt es. Doch wenn es darum geht, auf die scheinbar simple Frage nach den Eigenen zu antworten, ist der Kopf gerne mal leer gefegt. "Ach das... das ist doch nichts Besonderes" und "Andere sind doch viel besser als ich" kommen mir - und bestimmt auch einigen von euch - sehr bekannt vor. Doch weshalb tun wir es uns eigentlich so schwer, unsere Stärken zu benennen? Und wie finden wir heraus, welche Talente noch in uns schlummern?

Falsche Bescheidenheit vs. Selbstvertrauen

Eigenlob stinkt. Bescheidenheit ist eine Tugend. Work hard in silence. Let success make the noise. Die Auswahl an Redensarten, die uns daran erinnert, über unsere Stärken und Erfolge besser nicht zu sprechen, ist groß. So lernen wir von klein auf, unser Können unter den Scheffel zu stellen. Denn wer ist schon gerne mit einem Angeber befreundet oder läuft freiwillig Gefahr, selber als einer abgestempelt zu werden?

Was sich in der Kindheit bewährt hat, wenden erstaunlich viele Leute auch im Erwachsenenalter an. Immer wieder bemerke ich etwa, wie verlegen Freunde, Bekannte, manchmal auch Fremde auf Komplimente reagieren, ihre Erfolge klein reden und relativieren. Auch ich bin davor nicht gefeit und doch verwundert es mich regelmäßig. Sind wir nach so vielen Jahren der konsequenten Tiefstapelei überhaupt noch in der Lage, unsere Stärken als solche wahrzunehmen?

Tatsächlich können wir unsere Wahrnehmung bewusst steuern. Konzentrieren wir uns also ständig auf Makel und Schwächen und verschwenden keinen Gedanken an unsere Stärken, verkümmert unser Blick fürs Positive mit der Zeit. Dabei ist das innerliche Sich-selbst-auf-die-Schulter-Klopfen sehr wichtig für uns. Es ist die Basis für unser Selbstvertrauen und bestärkt uns, aus unserer Komfortzone herauszutreten und etwas Neues auszuprobieren. Kurz: uns persönlich weiterzuentwickeln.

Warum wir mehr Stärken haben, als wir denken

Stärken finden

Wie schaffen wir es also, uns unserer Stärken bewusst zu werden? Ohne dass wir uns mit falscher Bescheidenheit selbst torpedieren? Annäherung lautet das Zauberwort - zumindest mein persönliches. Vor einigen Wochen war ich völlig erschüttert, als ich bemerkte, wie schwer es mir fiel, meine Stärken zu benennen. Also habe ich mir die folgenden vier Fragen gestellt und mich dem Thema langsam angenähert:

  • Was mache ich besonders gerne?
  • Was fällt mir leicht, was anderen vielleicht schwer fällt?
  • Welche Komplimente habe ich schon einmal bekommen?
  • Was bewundern andere an mir?

Falls ihr den Trick mit den Fragen ausprobieren möchtet, nehmt euch etwas Zeit dafür. Ich saß eine gefühlte Ewigkeit an meiner Liste und habe alles aufgeschrieben, was mir in den Sinn gekommen ist. Manche Dinge haben sich dabei natürlich gedoppelt. Es ist schließlich wahrscheinlich, dass Dinge, die ihr gerne macht, euch gleichzeitig leicht fallen, andere Leute euch dafür bewundern und so weiter. Wenn ihr alles zu Papier gebracht habt und euch nichts mehr einfällt, braucht ihr die Punkte nur noch in Gruppen zusammenzufassen. Das sind dann eure Stärken.

Ich für meinen Teil war überrascht, wie viele Stärken zum Schluss auf meiner Liste standen. Darunter auch Eigenschaften, die ich vorher mit einem "Das ist doch keine Stärke. Das ist normal" abgetan hätte. Auf die Gefahr hin, dass ihr mich als Angeberin abstempelt ;) : Ich habe Spaß am Lernen, kann gut auf Menschen zugehen, Dinge organisieren, schreiben, bin zuverlässig, begeisterungsfähig und noch einiges mehr.

Welche sind eure Stärken? Haben euch die vier Fragen dabei geholfen, neue Stärken zu finden? Schreibt es mir gerne in die Kommentare! :)

Kommentare:

  1. Hallo :)

    Ich finde deinen Beitrag klasse und er hat mich zum Nachdenken gebracht. Die meisten Verhaltensweisen, die du hier auflistest, sind mir nicht fremd. Mir persönlich fällt es sehr schwer, meine Stärken zu sehen und noch schwerer, sie beim Namen zu nennen. Ich fühle mich dabei immer schlecht, weil ich nicht angeben will oder ähnliches... Dass dies nicht zwingend so sein muss, ist mir klar, aber ich kann nur schwer aus meiner Haut.
    Dennoch möchte ich ein paar meiner Stärken nennen: Ich kann gut fotografieren, schreiben, bin immer pünktlich, zuverlässig, loyal usw.

    Liebe Grüsse
    Proserpina :)

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    1. Hi Proserpina,

      danke für deinen lieben Kommentar! Ich kann es gut nachvollziehen, wenn es dich Überwindung kostet, deine Stärken zu nennen. (Was meinst du, wie sehr ich mit mir wegen der kurzen Auflistung am Ende des Posts gehadert habe...^^) Dafür finde ich es umso schöner, dass du deine Stärken trotzdem hier geteilt hast. :)

      Liebe Grüße!

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