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Von Selbstvertrauen und halbherzigen Entscheidungen

Sonntag, 20. August 2017


Ab nächster Woche esse ich keine Süßigkeiten mehr, gehe alle zwei Tage zum Sport und koche jeden Abend etwas Frisches. Kommt euch dieses Vorhaben bekannt vor? Ich kenne solche Vorsätze zur Genüge. Die Male, die ich mich hingegen tatsächlich an den beschlossenen Plan gehalten habe, lassen sich an einer Hand abzählen. Ein Phänomen, das wohl schon jeder einmal an sich beobachtet hat. Doch können wir über die Endlosschleife aus Pläneschmieden und wieder Verwerfen tatsächlich schmunzeln oder zieht sie doch nicht so spurlos an uns vorbei, wie wir immer denken?

Pläne als Motivationshilfe

Wenn ich in der Vergangenheit einen Plan geschmiedet habe, dann in erster Linie um mich zu motivieren - in der Regel mit Erfolg. Ehrgeizig stürzte ich mich dann in Projekte, probierte Neues aus und machte einen Schritt aus meiner Komfortzone heraus (hier geht's zum Artikel!). Sich selbst immer wieder zu reflektieren und Ziele festzulegen, ist enorm wichtig, denn sie unterstützen uns dabei, uns persönlich weiterzuentwickeln. Doch was passiert, wenn wir die Methode überstrapazieren? Wenn wir für jede Kleinigkeit Entschlüsse fassen, die wir dann doch nicht umsetzen? Sei es aus zeitlichen Gründen oder weil wir einfach nicht zu 100% hinter der Idee stehen? Ziele, "die man halt verfolgen sollte"?


Die Kehrseite der Medaille

Auch wenn wir von vorne herein wissen, dass wir einen Entschluss nur für Motivationszwecke fassen und der Plan von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist, zieht das Verwerfen der Vorsätze nicht spurlos an uns vorbei. Wie oft kommt es schließlich vor, dass wir trotz gutem Vorsatz, zum Beispiel vier Wochen lang keine Schokolade zu essen, eine ganze Tafel verputzen und uns im Nachhinein schlecht fühlen? Ganz schnell schlägt die anfängliche Euphorie dann in Enttäuschung über uns selbst um. Das mögen wir bei Kleinigkeiten gut wegstecken. Doch je öfter wir unsere Versprechen uns selbst gegenüber brechen, desto mehr beschädigen wir unser Selbstvertrauen. Die Folge: wir beginnen, uns weniger zuzutrauen und laufen Gefahr, unter unseren Möglichkeiten zu bleiben.

Selbstvertrauen stärken

Was können wir also tun, um der demotivierenden Endlosschleife ein Ende zu bereiten? Gut überlegen, welche realistischen Entschlüsse wir fassen möchten und unser Wort uns selbst gegenüber halten. Die Belohnung dafür ist ein beflügelndes Gefühl, das uns den Mut gibt, uns weiteren Herausforderungen zu stellen und über uns selbst hinauszuwachsen. So ging es mir beispielsweise im vergangenen Winter, als ich nach fast zehn Jahren (!) endlich meinen allerersten Schal fertig gestrickt habe. Obwohl es nichts Weltbewegendes ist, bin ich noch immer stolz und trage ihn nur zu gerne spazieren. 
Mein Fazit? Lieber konzentriere ich mich auf wenige Ziele, die mir wirklich am Herzen liegen, und versuche sie tatsächlich zu erreichen, anstatt meine Energie an zehn weitere zu verschwenden, von denen ich nicht voll und ganz überzeugt bin. 

Wie seht ihr das? Habt ihr auch schon Erfahrungen mit Dingen gemacht, die ihr einfach nicht zu Ende bringen könnt? Vielleicht weil sie euch unterbewusst nicht wichtig genug sind? Schreibt es mir gerne in die Kommentare!

Hier (click!) geht es übrigens zu einem Artikel mit Tipps rund ums Ziele Erreichen.

Kommentare:

  1. Sehr schöner Artikel. Was mir allerdings fehlt zur Selbstmotivation für mein persönliches Modell ist, dass man definitiv auch Meilensteine braucht, da man ein Buch oder ein Kunstprojekt an einem ganzen Tag schreibt. Ich male z. B. momentan eine Urban Sketching Aquarellreihe über die Orte meiner Kindheit und habe drei der Bilder einfach bis zu einer bestimmten Deadline fertig haben müssen, um verschenken zu können. Durch Meilensteine und Deadlines Gliedere ich meine Arbeit gut auf =)

    Liebe Grüße
    Bettina von aufgerouget.de

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    1. Was für eine schöne Idee! Deadlines finde ich auch nützlich. Zumal ich mal gelesen habe, dass man immer so viel Zeit für eine Aufgabe braucht, wie man sich dafür gibt. :)

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  2. Hallo! :)
    Ein interessanter Text; es ist wirklich nicht sehr sinnvoll, sich 100 Dinge gleichzeitig vorzunehmen. Prioritäten sind so wichtig! Vor allem kenne ich das auch sehr gut, dass manche Vorsätze eigentlich gar nicht von mir kommen, sondern direkt oder indirekt von meinem Umfeld von dem ich mich doch immer sehr beeinflussen lasse. Wenn ich höre: "wWw, du isst 2 Tafeln Schokolade am Tag? Jeden Tag? Ist das nicht ein bisschen viel?" und mir dauraufhin vornehme, 6 oder 8 Wochen gar keine Schokolade mehr zu essen, breche ich diesen Vorsatz eher, als wenn er von mir kommt. Das unterscheiden zu lernen hat mich wirklich ein paar Jahre meines Lebens gekostet :D

    Liebe Grüße
    Mel

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    1. Hallo Mel,
      mir geht es genauso! Aber auf die Idee, dass die Vorsätze gar keine eigenen Ideen sind, muss man erst mal kommen. :D

      Liebe Grüße!

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  3. Ich benutze Online Shopping teilweise zum abschalten, ist natürlich nicht sooo clever :D

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  4. Toller Text! Ich versuche mich auch nur auf das nötigste zu konzentrieren, sonst bekommt man nichts auf die Reihe!
    Liebste Grüße
    Kristine von Kristy Key

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