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Das Fräulein und der Tauchgang

Freitag, 26. September 2014


"Los, lass uns schwimmen gehen", schlug ihre Mutter vor und klatschte dabei beschwingt in die Hände. Schmerzlich grinsend legte sie den Kopf schief. Als Kind hatte sie es zwar geliebt, im kühlen Nass zu schwimmen und schwerelos über das Wasser zu gleiten, doch je älter sie wurde, desto mehr wuchs ihre Scheu. Gedanken an viel zu kaltes Wasser, Gänsehaut am ganzen Körper und nassen Haaren, die sich im Nacken kräuselten, schienen Erinnerungen aus Kindertagen endgültig verdrängt zu haben. "Muss das sein...?", fragte sie zögerlich, doch ihre Mutter ließ nicht locker: "Na los, sei kein Spielverderber. Schwimmen macht Spaß!"

Das Fräulein und die Sneaker-Skepsis

Freitag, 19. September 2014


Gemütlich schlenderte sie die Regale entlang und betrachtete die neueste Mode. Gerade als sie sich von einem tannengrünen Rock abwandte, betrat eine junge Frau die Boutique. Ihr langes blondes Haar war zu einem lockeren Knoten gebunden. In der Hand hielt sie eine graue Tasche mit einem auffälligen Muster. Das Schönste an dem Outfit, war jedoch das Kleid. Es war elegant und feminin, mit einem schwingenden Rock und zarter Spitze an den richtigen Stellen. In Kombination mit dem grauen Jäckchen sah es fabelhaft aus. Voller Bewunderung betrachtete sie die Kundin. Vom Scheitel, bis zu den Zehenspitzen, bis ihr Blick an Letzteren hängen blieb.

Das Fräulein und der Mut zur Farbe

Freitag, 12. September 2014


Panisch schreckte sie aus dem Schlaf. Wie spät war es? Hatte ihr Wecker nicht längst geklingelt? Sie tastete im Dunkeln nach dem Lichtschalter und sprang aus dem Bett. Rasch warf sie einen Blick in den Spiegel, bereute es jedoch im selben Augenblick wieder. Sie sah aus, als hätte sie vergangene Nacht eine spannende Begegnung mit der Steckdose gehabt. Energisch fuhr sie mit der Bürste durch das widerspenstige Haar, ließ es jedoch schnell wieder bleiben. Denn zu allem Überfluss klebten die elek-trisierten Strähnen nun an ihrem Gesicht. In diesem Moment ertönte ein unheilverkündendes Donner-grollen in der Ferne. Auch das noch. Es war einer dieser Tage, an denen sie Pech und Pleiten verfolgen würden, da war sie sicher.

Das Fräulein und die Meeresliebe

Freitag, 5. September 2014


Ihr Blick war auf den Horizont gerichtet. Dort, wo sich in endloser Ferne Himmel und Meer zu treffen schienen. Ihr langes Haar wog sanft im Wind und sie spürte warme Sonnenstrahlen auf ihrer Haut. Kühles Wasser umspielte ihre Knöchel, ließ den Sand unter ihren Füßen hinweggleiten. Gleichmäßig, im Rhythmus der Wellen. Sie nahm einen tiefen Atemzug und schloss die Augen. Es roch nach Salz. Und Sonnencreme. Aufmerksam lauschte sie dem gleichmäßigen Rauschen der Wellen.
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