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Das Fräulein und die Kurzgeschichte

Freitag, 25. Juli 2014

Nach langer Zeit habe ich letztens mal wieder meinen Laptop durchforstet. Dabei bin ich auf die folgende Kurzgeschichte gestoßen. Ich hoffe sie gefällt euch!

Mit zitternden Fingern umschloss Emilia den kalten Messingtürknauf. Kleine Schauer jagten über ihren Rücken, als sie das harte Metall auf ihrer Haut spürte. Ihre Gedanken überschlugen sich. Ob wohl alles gut gehen würde? Sie hätte bloß den Türknauf drehen müssen um auf die Straße zu treten, aber etwas in ihr sträubte sich. Zögernd betrachtete sie die schwere Holztür und lauschte dem gleichmäßigen Ticken der Küchenuhr. Die Minuten verstrichen, doch sie war wie angewurzelt, unfähig auch nur einen einzigen Schritt zu tun. Ihre Kehle schien zugeschnürt und sie spürte wie ihr Herz schmerzhaft zu pochen begann. Sie holte tief Luft. Wie in Zeitlupe wandte sie sich von der dunklen Haustür ab und ließ den Blick durch den schmalen Flur gleiten. Er war über und über mit Bildern und Fotos behangen. Ein rot gemusterter Teppich lag auf dem Holzboden und Schuhe aller Art stapelten sich in einer Ecke. Alles sah aus wie immer, doch nie hatte sie sich fremder gefühlt. Das sonst so sonnige gelb der Wände schien erloschen und trostlos. Dunkle Schatten lagen über dem Raum. Ihre Hände begannen zu schwitzen.

Warum wir die Regeln neu schreiben sollten

Freitag, 4. Juli 2014


"Ich werde dir gleich Anweisungen geben. Du machst einfach das, was dir als erstes dazu einfällt. Ok?", sagte die Regisseurin zu einer jungen Frau, die vor der Kamera steht. Sie nickt. "Zeig mir wie ein Mädchen läuft", fordert die Regisseurin auf. Die junge Frau läuft los, wirft dabei den Kopf von links nach rechts, strahlt vor sich hin und wackelt unbeholfen mit den Armen herum.
Sie ist nicht die Einzige, die eine eher unterhaltsame Interpretation vorführt. Männer, Frauen, kleine Jungs - alle machen es ihr unabhängig von einander nach. Wen wundert es? Schließlich entspricht doch genau das dem Klischee, das von klein auf suggeriert wird: Mädchen seien unbeholfen, albern und schwach.
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