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Das Fräulein und die Lieblingsserie

Freitag, 25. April 2014


Kälte durchdrang den zarten Stoff, dort wo ihr Rücken die Wand berührte. Ihre Beine waren angewinkelt. Zu lange schon. Ein Kribbeln breitete sich langsam unterhalb ihrer Knie aus. Erst leicht, kaum merklich. "Das sind kleine Ameisen. Sie krabbeln an deinen Füßen hoch. Du musst sie nur abschütteln". Jahre waren seit diesem Gespräch vergangen und noch immer konnte sie sich an jede Einzelheit erinnern. Das Kribbeln schwoll an, wurde zu einem unangenehmen Stechen. Doch es war ihr egal. Sie würde die Ameisen nicht abschütteln. Nicht jetzt. Lieber harrte sie aus, ließ Worte und Bilder auf sich wirken. Szenen, die sie schon unzählige Male gesehen hatte und die ihren Atem noch immer stocken ließen. Aufmerksam verfolgte sie das Geschehen auf der Mattscheibe. 

Das Fräulein und der besondere Song

Freitag, 18. April 2014


Zaghafte Sonnenstrahlen tauchten die Natur in warmes Licht und ließen Bäume und Blumen in bunten Farben aufblühen. Regungslos lag sie im Gras und beobachtete die Vögel, die über ihren Kopf hinweg flogen. Die ersten Klänge der geliebten Melodie tönten aus den Kopfhörern. Lächelnd summte sie vor sich hin. Sie fühlte sich zurückversetzt in vergangene Momente, die ihr auch nach langer Zeit noch immer in lebhafter Erinnerung waren.

Das Fräulein und die Großstadtsehnsucht

Freitag, 11. April 2014


Zufrieden schaute sie in den Spiegel. Das Haar lag zur Abwechslung mal so, wie sie es wollte, der Lidstrich war erstaunlich gut geglückt und die hohen Schuhe ließen ihr Selbstbewusstsein gleich um ein paar Zentimeter mitwachsen. Sie fühlte sich rundum wohl und wäre am liebsten sofort vor die Tür gegangen... wäre sie nicht von der geliebten Großstadt zum Studieren auf's Land gezogen. Denn dort herrschte ein anderer Dresscode. Selbst für gar nicht mal so hohe Schuhe oder auffällige Accessoires war dort kein Platz. Was in der Heimat gang und gäbe war, garantierte in der Kleinstadt schiefe Blicke. Und weil das Kopfsteinpflaster es ihr auch nicht gerade leichter machte, half offensichtlich nur eins: Anpassung. Zumindest ein Stück weit, um sich nicht auf den ersten Blick als Zugezogene outen zu müssen.

Kolumne: Warum Anonymität eine Frage des Namens ist

Freitag, 4. April 2014


Bahnfahrten dauern meistens zu lang, sind strapaziös und im schlimmsten Fall sterbenslangweilig. Was also tun, um sich die Zeit zu vertreiben? Ich für meinen Teil, habe da eine ganz gute Lösung gefunden: reden, reden und noch mal reden und zwar mit den lieben Mitreisenden. Die Meisten freuen sich über die willkommene Abwechslung und nutzen die Gelegenheit ihre gesamte Lebensgeschichten in allen Facetten auszumalen. So auch letztens im Zug.
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