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Das Fräulein und das etwas andere Weihnachtsfest

Freitag, 26. Dezember 2014


"Einen Cheeseburger bitte", sagte sie zur jungen Kellnerin und klappte die Speisekarte zu. Sie nahm einen großen Schluck aus ihrem Glas und schaute lächelnd in die Runde. Dort saßen sie, versammelt in einem Burgerrestaurant: ihre Lieben, voller Vorfreude auf ihr Weihnachtsmahl. Unwillkürlich dachte sie an vergangene Zeiten zurück und lächelte noch ein wenig breiter. Lange war es her, dass sie um den geschmückten Weihnachtsbaum herum gesessen und ihre Geschenke ausgepackt hatten. Es war ihre Tradition gewesen, Jahr für Jahr, seit sie sich erinnern konnte. Und dennoch war vor langer Zeit der Tag gekommen, an dem sie sich bewusst gegen sie entschieden hatten.

5 Tipps rund ums Outfit für die Feiertage

Montag, 22. Dezember 2014


Es ist endlich so weit: Die Feiertage stehen unmittelbar bevor und der Einkaufsmarathon neigt sich dem Ende zu. Stolz können wir unsere Aufmerksamkeiten unter dem geschmückten Weihnachtsbaum drapieren und uns auf die überraschten und freudigen Gesichter unserer Lieben freuen. Doch während wir uns in der Vorweihnachtszeit vermehrt mit der Frage befassen, wie wir anderen eine Freude machen können, kommt ein Thema gerne mal zu kurz: das Festtagsoutfit. Wenige Tage vor Heilig Abend fällt uns dann siedend heiß ein, dass der verwaschene Pullover zwar herrlich gemütlich ist, sich für das Weihnachtsfest allerdings eher weniger eignet. Genauso wenig wie für Silvester oder sonst eine Feierlichkeit. Hals über Kopf eilen wir also in die überfüllten Innenstädte, um ein Outfit zu erstehen. Doch tatsächlich kommen wir zurück mit Tüten voller Frust- und Fehlkäufen. Kommt euch dieses Szenario bekannt vor? Mir ging es schon oft genug so, deshalb möchte ich euch gerne meine fünf Tipps rund um das Festtagsoutfit vorstellen.

Das Fräulein und die verzweifelte Suche

Freitag, 19. Dezember 2014


Stickige Heizungsluft blies ihr ins Gesicht und ließ den Kopfschmerz, der sie seit der zu kurz geratenen Nacht plagte, schier unerträglich werden. Schnaufend zog sie ihren Schal aus und krempelte die Ärmel hoch. Ihre Augenlider flatterten. Was hätte sie darum gegeben, für einen kurzen Moment die Augen schließen zu können. Doch nun hieß es "Durchhalten", schließlich hatte sie nicht mal mehr eine halbe Stunde Zeit, bis sie umsteigen musste. Das war allerdings gar nicht mal so leicht. "Ein Weilchen Dösen wird schon nicht schaden", gab sie schließlich nach und schloss die müden Augen. 

Das Fräulein und das Taschenphänomen

Freitag, 12. Dezember 2014


Handcreme, drei verschiedene Labellos, eine Flasche Wasser - die Liste der Dinge, die sie tagtäglich mit sich herum trug war zweifelsohne lang. Schließlich sollte Frau für alle Eventualitäten gewappnet sein. Doch wo war die Grenze zwischen "gut vorbereitet" und "zu viel des Guten"? Ihr schmerzender Rücken sprach zumindest mal eine deutliche Sprache. Im Stechschritt steuerte sie die Bushaltestelle in einiger Entfernung an. Zwischen Kleiderwahl und Frühstück hatte sie gänzlich die Zeit vergessen und lief nun entsprechend aufgescheucht durch die Straßen. Hastig warf sie einen Blick über die Schulter. "Mist", keuchte sie und setzte zu einem morgendlichen Sprint an. Normalerweise rannte sie niemandem hinterher. Doch bei dem Bus zur Uni machte sie regelmäßig Ausnahmen.

Das Fräulein und der Kurswechsel

Dienstag, 9. Dezember 2014


Zwei Jahre hatte sie nun schon in einer neuen Stadt hinter sich gebracht. Voller Elan hatte sie sich in ihr Studium und die Arbeit gestürzt, ihr Ziel immer vor Augen. Doch je mehr Zeit verging, desto leiser wurde die Begeisterung und machte schließlich Platz für die Zweifel, die immer lauter wurden. War das, was sie tat, wirklich das Richtige? Wieso fühlte es sich dann oft genug so falsch an? Ihre Vernunft verteidigte den Entschluss vehement. Doch was war mit ihrem Bauchgefühl? Es rebellierte, tagein tagaus. Und das schon seit über einem Jahr. War sie auf ihrem Weg zum Ziel falsch abgebogen?

Kolumne: Warum wir verlernen im Moment zu leben

Freitag, 5. Dezember 2014


Angespannt sitzen wir unsere Zeit in der Vorlesung ab, arbeiten nebenbei an der wichtigen Präsentation und checken im Minutentakt unsere E-Mails auf dem Handy. Stillsitzen stellt uns mittlerweile vor unge-ahnte Schwierigkeiten. Rund um die Uhr sind unsere Multitaskingfähigkeiten gefragt, natürlich nicht ganz unfreiwillig. Doch seien wir mal ehrlich: kommt nicht schon nach kurzer Zeit des bloßen Zuhörens der Gedanke der Unproduktivität und Zeitverschwendung auf? Wie viele sinnvolle Dinge, könnten wir schließlich in solchen Momenten erledigen? Dinge, die uns abends den letzten Nerv und unsere Freizeit rauben? Eine Denke, die mich immer wieder überrascht und einen gefährlichen Trend verdeutlicht. Arbeitsabläufe werden schneller, die Anforderungen immer größer. Wir leben in der Zukunft, womöglich auch in der Vergangenheit, doch was ist mit der Gegenwart? Haben wir verlernt, im Moment zu leben?

Das Fräulein und das Tagebuch

Freitag, 28. November 2014


Es war Freitag. Mal wieder und auch wenn das zweifelsohne eine willkommene Abwechslung zum täglichen Trott zwischen Arbeit und Uni war, schien die Zeit beinahe beunruhigend schnell vergangen zu sein. Wo waren die letzten fünf Tage geblieben, in denen sie so Vieles erledigen wollte? Immerfort rann ihr die Zeit durch die Finger, doch sie bekam sie nicht zu fassen.Was hatte sie die letzten Tage erlebt? Leere, gähnende Leere. Sie dachte angestrengt nach. Dunkel erinnerte sie sich an eine furchtbar lang-weilige Vorlesung, an die abendliche Yogastunde. Schemenhaft. Ohne Details.

5 Tipps rund um die Sportmotivation im Winter

Dienstag, 25. November 2014


Die Tage werden kürzer und die Temperaturen sinken langsam aber sicher in den Keller. Immer öfter gehen wir morgens im Dunkeln aus dem Haus und kehren bei nicht weniger düsteren Lichtverhältnissen wieder zurück. Uns ist nach Ruhe und Gemütlichkeit. Duftender Tee und unser warmes Bett nehmen auf einmal einen viel bedeutenderen Stellenwert ein, als noch vor ein paar Monaten. Zufrieden nippen wir an der Waldbeermischung, bis... Moment mal, war da nicht noch etwas? Dunkel erinnern wir uns an das Sportprogramm, das wir schon die letzten drei Male gegen eine Packung Kekse und die Lieblings-sendung eingetauscht haben. Und plötzlich schmeckt der Tee gar nicht mal mehr so gut wie vorher. Irgendwie fad, der Beigeschmack unseres schlechten Gewissens. Fühlt ihr euch ertappt? Mir geht es oft nicht anders, deshalb möchte ich euch gerne meine persönlichen fünf Motivationstipps für mehr Sport im Winter vorstellen.

Das Fräulein probiert's mal mit Gemütlichkeit

Freitag, 14. November 2014


Verschlafen schlug sie die Augen auf und gähnte herzhaft. Schummriges Licht drang durch die ge-schlossenen Rollläden hinein. Sie schaute sich im Zimmer um. Ihr Blick blieb am Wandkalender hängen. Endlich Wochenende. Sie lächelte bei dem Gedanken und stieg aus dem Bett. Noch etwas wackelig auf den Beinen, aber gut gelaunt zog sie die Rollläden hoch und warf einen ersten Blick aus dem Fenster. Oh nein. Ihre Augen weiteten sich. Dichter Nebel hing in der Luft und erschwerte ihr die Sicht. Lediglich die geparkten Autos auf der anderen Straßenseite konnte sie erahnen. Sie glänzten und schimmerten verdächtig im schwachen Licht. Sie schüttelte sich und wandte den Blick ab. Freiwillig würde sie sicher-lich keinen Fuß vor die Tür setzen. Stattdessen wickelte sie sich in ihre warme Strickjacke und drehte die Heizung auf.

Das Fräulein und der ersehnte Moment

Dienstag, 11. November 2014


Lange hatte sie auf diesen Tag hingefiebert. Für ihren Geschmack deutlich zu lange. Denn wenn es darum ging, ihren Liebsten wieder in die Arme zu schließen, konnte es ihr nicht schnell genug gehen. Doch 600 Kilometer waren eben kein Katzensprung. Das war ihr in den vergangenen beiden Jahren immer wieder bewusst geworden. Doch heute sollte es endlich wieder so weit sein. Voller Vorfreude war sie den ganzen Nachmittag durch die Wohnung getänzelt, hatte alles auf Vordermann gebracht und den Kühlschrank mit allerhand Leckereien gefüllt. Sie warf einen flüchtigen Blick auf die Uhr und spürte wie ihr Herz einen Salto machte. Bald würde er endlich ankommen. Sie konnte es kaum erwarten. Noch weniger als Weihnachten zu Kindertagen. Bei dem Gedanken musste sie schmunzeln. Sie hatten für das Wochenende nichts Besonderes geplant. Keine chice Party, kein abenteuerlicher Ausflug, lediglich Zeit füreinander. Und dennoch - oder gerade deswegen - war jede Sekunde kostbar. Einfach weil sie sie mit ihm teilen durfte.

Kolumne: Warum wir die Ursache nicht beim Namen nennen

Freitag, 7. November 2014

"Wir werden sowieso hier rausgeworfen, ich sag's dir", schloss meine Kollegin ihre Schimpftirade nach gefühlten zehn Minuten verheißungsvoll ab. Eine Veränderung stand bevor. Auch wenn es nichts Dramatisches war, waren die Gemüter dennoch erhitzt. Besonders besagte Kollegin schien über Wo-chen hinweg etliche Horrorszenarien in ihrem Kopf durchzuspielen. "Wir werden sowieso den Kürzeren ziehen. Es ist doch immer so", setzte sie mit durchdringendem Blick noch einmal nach. Entsetzt schlug Kollegin Nummer Zwei, die gerade herein gekommen war, die Hand vor den Mund, die Augen weit auf-gerissen: "Wirklich? Ich wusste es! Uns fragt doch eh niemand. Es wird 100%ig so kommen", feuert sie die erste Kollegin wieder an. "Jetzt reicht´s aber langsam", übertöne ich das Geschnatter. Und tatsäch-lich halten beide für einen kurzen Moment den Mund und schauen mich erstaunt an.

Das Fräulein und die Stiefelzeit

Freitag, 31. Oktober 2014


Es war Donnerstagabend. Ein viel zu langer Tag in der Uni hatte sich endlich dem Ende zugeneigt. Erschöpft und mit qualmendem Kopf trat sie ins Freie, bereute es jedoch gleich wieder. Beißende Kälte schlug ihr entgegen und bescherte ihr eine Gänsehaut, die man vermutlich sogar noch vom Mond aus sehen konnte. Was hätte sie darum gegeben, sich nach Hause beamen zu können. Doch es half alles nichts. Fröstelnd setzte sie sich also in Bewegung. Weit kam sie allerdings nicht, denn kaum hatte sie die ersten Meter hinter sich gebracht, öffnete der Himmel zu allem Überfluss seine Schleusen. Auch das noch. Leise fluchend spannte sie den klapperigen, alten Schirm, den sie morgens in Weiser Voraussicht eingepackt hatte. Im Stechschritt machte sie sich auf den Weg nach Hause.

5 Tipps rund ums Bloggen

Freitag, 24. Oktober 2014



Ihr habt es vermutlich schon oft gehört oder könnt es vielleicht sogar aus eigener Erfahrung bestätigen: Einen Blog zu erstellen ist leicht, ihn regelmäßig zu pflegen wiederum eine Kunst. Eine ganz schön zeitaufwendige noch dazu. Falls ihr euch - wie ich am Anfang von Fräuleins Tagebuch - öfter mal die Haare rauft, weil ihr vor Ideen förmlich übersprudelt, allerdings kaum die Zeit findet alle umzusetzen, sind die folgenden Tipps rund ums Bloggen genau das Richtige für euch. Sie basieren auf meinen persönlichen Erfahrungen, die ich in den vergangenen beiden Jahren gesammelt habe, und die mir seitdem den Blogger-Alltag versüßen. Vielleicht bald ja auch euren? :)

Das Fräulein und der Herbstbeginn

Freitag, 17. Oktober 2014



Gut gelaunt rückte sie das Stirnband zurecht, band sich die warmen Schuhe zu und ließ ihre Wohnung raschen Schrittes hinter sich. Sonderlich lange hatte sie es dort an diesem Tag nämlich nicht aus-gehalten. Viel zu verführerisch schien die Sonne vom beinahe wolkenlosen Himmel hinunter, als dass sie den Tag zu Hause hätte verbringen wollen. Stattdessen zog es sie ins Freie.

Das Fräulein und das geschriebene Wort

Freitag, 10. Oktober 2014


Ungeduldig tastete sie in ihrer Handtasche nach dem Wohnungsschlüssel. Gar nicht mal so einfach, wenn man bedachte, dass gefühlte zehn Kilo in Form von Joghurt, Brot und Co. in ihrer Armbeuge hingen. Auch das Sixpack Wasser in der Hand und die Küchenrolle unter dem Arm machten die Sache nicht gerade leichter. Konzentriert ihre Einkäufe nicht fallen zu lassen, hob sie ein Bein an und stellte die Handtasche darauf ab. Nach einigen äußerst wackeligen Minuten fand sie schließlich, was sie suchte. Triumphierend zog sie den Schlüssel hervor und war gerade dabei sich aus ihrer Verrenkung lösen, als sie ein ohrenbetäubendes Scheppern direkt hinter ihr zusammenfahren ließ.

Kolumne: Warum wir unseren eigenen Weg gehen sollten

Freitag, 3. Oktober 2014


Wir stecken uns Ziele, arbeiten darauf hin und träumen davon eines Tages dort anzukommen. Wollen hoch hinaus und sind dem Erfolg stets auf der Spur. Wir streben nach mehr. Besser, höher, schneller lautet die Devise. Doch ist es tatsächlich das, was wir möchten? Immer mehr?
Diese Frage habe ich mir schon oft gestellt. Besonders wenn ich auf Leute stieß, die der festen Überzeugung waren, wahrer Erfolg läge einzig und allein im Top-Management. Eine allgemeingültige Regel, die angeblich ein jeder junger Mensch beherzigen sollte. Doch definiert "Erfolg" nicht jeder anders? Weshalb müssen das Ziel und der Weg dorthin für jeden gleich aussehen?

Das Fräulein und der Tauchgang

Freitag, 26. September 2014


"Los, lass uns schwimmen gehen", schlug ihre Mutter vor und klatschte dabei beschwingt in die Hände. Schmerzlich grinsend legte sie den Kopf schief. Als Kind hatte sie es zwar geliebt, im kühlen Nass zu schwimmen und schwerelos über das Wasser zu gleiten, doch je älter sie wurde, desto mehr wuchs ihre Scheu. Gedanken an viel zu kaltes Wasser, Gänsehaut am ganzen Körper und nassen Haaren, die sich im Nacken kräuselten, schienen Erinnerungen aus Kindertagen endgültig verdrängt zu haben. "Muss das sein...?", fragte sie zögerlich, doch ihre Mutter ließ nicht locker: "Na los, sei kein Spielverderber. Schwimmen macht Spaß!"

Das Fräulein und die Sneaker-Skepsis

Freitag, 19. September 2014


Gemütlich schlenderte sie die Regale entlang und betrachtete die neueste Mode. Gerade als sie sich von einem tannengrünen Rock abwandte, betrat eine junge Frau die Boutique. Ihr langes blondes Haar war zu einem lockeren Knoten gebunden. In der Hand hielt sie eine graue Tasche mit einem auffälligen Muster. Das Schönste an dem Outfit, war jedoch das Kleid. Es war elegant und feminin, mit einem schwingenden Rock und zarter Spitze an den richtigen Stellen. In Kombination mit dem grauen Jäckchen sah es fabelhaft aus. Voller Bewunderung betrachtete sie die Kundin. Vom Scheitel, bis zu den Zehenspitzen, bis ihr Blick an Letzteren hängen blieb.

Das Fräulein und der Mut zur Farbe

Freitag, 12. September 2014


Panisch schreckte sie aus dem Schlaf. Wie spät war es? Hatte ihr Wecker nicht längst geklingelt? Sie tastete im Dunkeln nach dem Lichtschalter und sprang aus dem Bett. Rasch warf sie einen Blick in den Spiegel, bereute es jedoch im selben Augenblick wieder. Sie sah aus, als hätte sie vergangene Nacht eine spannende Begegnung mit der Steckdose gehabt. Energisch fuhr sie mit der Bürste durch das widerspenstige Haar, ließ es jedoch schnell wieder bleiben. Denn zu allem Überfluss klebten die elek-trisierten Strähnen nun an ihrem Gesicht. In diesem Moment ertönte ein unheilverkündendes Donner-grollen in der Ferne. Auch das noch. Es war einer dieser Tage, an denen sie Pech und Pleiten verfolgen würden, da war sie sicher.

Das Fräulein und die Meeresliebe

Freitag, 5. September 2014


Ihr Blick war auf den Horizont gerichtet. Dort, wo sich in endloser Ferne Himmel und Meer zu treffen schienen. Ihr langes Haar wog sanft im Wind und sie spürte warme Sonnenstrahlen auf ihrer Haut. Kühles Wasser umspielte ihre Knöchel, ließ den Sand unter ihren Füßen hinweggleiten. Gleichmäßig, im Rhythmus der Wellen. Sie nahm einen tiefen Atemzug und schloss die Augen. Es roch nach Salz. Und Sonnencreme. Aufmerksam lauschte sie dem gleichmäßigen Rauschen der Wellen.

Kolumne: Warum es an uns liegt, die Dosis zu wählen

Freitag, 1. August 2014


"Oh verdammt, die Bibliothek!", fällt es mir siedend heiß ein. Hektisch packe ich einen Stapel Bücher in meine Tasche und stolpere auf dem Weg zur Tür über einen Hausschuh. Aus dem Augenwinkel werfe ich noch einen raschen Blick auf die Uhr und bleibe wie angewurzelt stehen. Fluchend lasse ich die Tasche neben mir auf den Boden sinken und kicke den verirrten Hausschuh aus dem Weg. "Blöde Sommeröffnungszeiten ", denke ich, "Das war's dann wohl für heute. Morgen muss ich aber wirklich hin."

Das Fräulein und die Kurzgeschichte

Freitag, 25. Juli 2014

Nach langer Zeit habe ich letztens mal wieder meinen Laptop durchforstet. Dabei bin ich auf die folgende Kurzgeschichte gestoßen. Ich hoffe sie gefällt euch!

Mit zitternden Fingern umschloss Emilia den kalten Messingtürknauf. Kleine Schauer jagten über ihren Rücken, als sie das harte Metall auf ihrer Haut spürte. Ihre Gedanken überschlugen sich. Ob wohl alles gut gehen würde? Sie hätte bloß den Türknauf drehen müssen um auf die Straße zu treten, aber etwas in ihr sträubte sich. Zögernd betrachtete sie die schwere Holztür und lauschte dem gleichmäßigen Ticken der Küchenuhr. Die Minuten verstrichen, doch sie war wie angewurzelt, unfähig auch nur einen einzigen Schritt zu tun. Ihre Kehle schien zugeschnürt und sie spürte wie ihr Herz schmerzhaft zu pochen begann. Sie holte tief Luft. Wie in Zeitlupe wandte sie sich von der dunklen Haustür ab und ließ den Blick durch den schmalen Flur gleiten. Er war über und über mit Bildern und Fotos behangen. Ein rot gemusterter Teppich lag auf dem Holzboden und Schuhe aller Art stapelten sich in einer Ecke. Alles sah aus wie immer, doch nie hatte sie sich fremder gefühlt. Das sonst so sonnige gelb der Wände schien erloschen und trostlos. Dunkle Schatten lagen über dem Raum. Ihre Hände begannen zu schwitzen.

Kolumne: Warum wir die Regeln neu schreiben sollten

Freitag, 4. Juli 2014


"Ich werde dir gleich Anweisungen geben. Du machst einfach das, was dir als erstes dazu einfällt. Ok?", sagte die Regisseurin zu einer jungen Frau, die vor der Kamera steht. Sie nickt. "Zeig mir wie ein Mädchen läuft", fordert die Regisseurin auf. Die junge Frau läuft los, wirft dabei den Kopf von links nach rechts, strahlt vor sich hin und wackelt unbeholfen mit den Armen herum.
Sie ist nicht die Einzige, die eine eher unterhaltsame Interpretation vorführt. Männer, Frauen, kleine Jungs - alle machen es ihr unabhängig von einander nach. Wen wundert es? Schließlich entspricht doch genau das dem Klischee, das von klein auf suggeriert wird: Mädchen seien unbeholfen, albern und schwach.

Das Fräulein und die Sonnenbrille

Freitag, 27. Juni 2014


Zu klein, zu rund, zu kitschig - die Suche nach einer Sonnenbrille war gar nicht mal so leicht! Konzentriert ging sie zwischen den Regalen auf und ab und zog immer wieder verschiedene Modelle aus ihren Halterungen heraus. Doch keines wollte ihr so recht gefallen.
"Hast du es mal bald?", hörte sie ihren Bruder sagen, der das Spektakel schon eine ganze Weile beobachtete. "Ich bin gleich so weit", erwiderte sie und ging mit den Händen voller Brillen zu ihm. Er hatte sich mittlerweile auf einem Hocker niedergelassen und schaute in der Gegend umher. "Das hast du vor einer halben Stunde auch schon gesagt", erinnerte er sie in fast vorwurfsvollem Ton. Wer konnte es ihm verübeln? Schließlich stand er ihr bei ihrer Suche schon seit fast zwei Stunden tapfer zur Seite.

Das Fräulein und das Multitasking

Freitag, 20. Juni 2014


"Einen Moment noch", rief sie dem Liebsten im Vorbeilaufen zu, der sie geduldig vom Display ihres Laptops aus angrinste. Hastig lief sie ins Badezimmer und kam mit einem Korb nasser Wäsche zurück. "Ich muss nur noch schnell den Trockner einschalten", erklärte sie, während sie den Wäsche- berg in die Luke füllte und rasch den Drehregler für die richtige Temperatur einstellte. Geschafft! Seufzend ließ sie sich auf ihren Schreibtischstuhl fallen und lächelte ihn an: "Schön dich zu sehen."

Das Fräulein und das Schattenplätzchen

Freitag, 13. Juni 2014


Sehnsüchtig schaute sie aus dem Fenster. Die Sonne schien grell vom strahlend blauen Himmel herunter. Wie gerne würde sie jetzt in den kühlen Badesee springen... Doch ein flüchtiger Blick auf die Uhr holte sie schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Es war 15 Uhr. Vier Stunden hatte sie bereits hinter sich gebracht, drei standen noch aus. Minimum. "Blöde Klausurphase", dachte sie genervt und wandte sich schweren Herzens der betrieblichen Personalarbeit zu.

Kolumne: Warum wir uns öfter selbst verzeihen sollten

Freitag, 6. Juni 2014


Zufrieden legte ich den Stift bei Seite und überflog die krakeligen Zitate, die ich in den vergangenen zwei Stunden zu Papier gebracht hatte. Sie stammten von einem Yoga Lehrer, der mir für meine Reportage (hier geht's zum Artikel) Rede und Antwort gestanden hatte. "Darf ich dich jetzt auch mal etwas fragen?", erkundigte er sich, kaum hatte ich den Notizblock zugeklappt. "Natürlich", entgegnete ich verdutzt. "Welche Sorgen haben sich in deiner Stirn festgesetzt?" Verständnislos schaute ich ihn an. Was für Sorgen? Und was hatten die auf meiner Stirn zu suchen?

Das Fräulein und die Tippfehler

Freitag, 30. Mai 2014


"He, passen Sie doch auf", hätte sie am liebsten gerufen, als ihr Sitznachbar ihren Ellenbogen von der Armlehne stieß um stattdessen seinen dort zu platzieren. Sie saß im Zug - mal wieder - und versuchte sich zu konzentrieren. Die nächste Klausurphase mitsamt wissenschaftlicher Arbeit stand bevor, da zählte jede Minute. Verärgert wandte sie sich vom hektischen Geschäftsmann neben ihr ab und widmete sich wieder ihrem Tablet. Ein Tippfehler nach dem anderen reihte sich auf dem Bildschirm auf. Seufzend löschte sie den letzten Satz wieder. "Auf ein Neues", sagte sie sich und begann erneut recht unbeholfen mit zwei Fingern auf dem leuchtenden Display herumzutippen.

Das Fräulein und die Themensuche

Freitag, 23. Mai 2014


Es war Freitagnachmittg. Völlig k.o. vom Mittagstief saß sie in der Journalismusvorlesung und schaute mit leerem Blick an die Tafel. "Sucht euch bis nächsten Montag ein Thema, über das ihr schreiben wollt", forderte der Dozent den Kurs gelangweilt auf. Scheinbar sehnte auch er sich nach dem bevorstehenden Wochenende. "Auch das noch", dachte sie. Denn ein Thema zu finden war gar nicht mal so einfach. Schließlich waren die Anforderungen hoch. "Du musst mir etwas bieten, was ich noch nie gelesen habe und was mir kein anderer erzählen kann", hatte der Dozent ihr zuvor eingeschärft. Wo sollte sie also ein Thema finden, über das noch nie berichtet wurde?

Das Fräulein und die Statement Kette

Freitag, 16. Mai 2014


Das Brötchen für den kleinen Hunger hatte sie schon lecker belegt und Lesestoff für die Fahrt war auch in ihrer Handtasche verstaut. Jetzt fehlte also nur noch der Zug. Doch der würde noch eine ganze Weile auf sich warten lassen. Genau genommen noch eine dreiviertel Stunde. Wie vertrieb man sich also sonntags in einem ausgestorbenen Bahnhof am besten die Zeit?

Das Fräulein und die sozialen Netzwerke

Freitag, 9. Mai 2014

Heute mal ein Text außer der Reihe. Er ist letzten Winter entstanden, als ich mir in einer Vorlesung 
Gedanken über "Vernetzung" machen sollte. Ich hoffe er gefällt euch!

 Es ist Samstagabend. Offensichtlich gelangweilt nippe ich an meinem Cocktail und schaue in der Gegend herum. Meine Begleitung scheint das nicht einmal zu bemerken. Ihre kunstvoll hergerichteten Gläser stehen noch immer unangerührt vor ihnen. Die Eiswürfel haben sogar schon zu schmelzen begonnen. Stattdessen tippen sie unermüdlich auf ihren Smartphones herum. Ich räuspere mich. Keine Reaktion. "A., wie lief es gestern Abend eigentlich mit S.?“, starte ich einen Versuch, die Aufmerksamkeit meiner Freundinnen wieder zurück an unseren Tisch zu holen. „Moment noch...“, murmelt A. und lädt einen Post mitsamt Markierung bei Facebook hoch. Verärgert wende ich mich L. zu. Doch sie ist gerade damit beschäftigt die vollen Cocktailgläser zu fotografieren und – darauf könnte ich wetten – bei Instagram hochzuladen. Seufzend lehne ich mich zurück und schaue mich um.

Kolumne: Warum sich Träume nicht von selbst verwirklichen

Freitag, 2. Mai 2014


Vergangene Woche tat ich etwas ganz schön Alltägliches und dennoch war das letzte Mal viel zu lange her: Ich steckte meine Nase in ein gutes Buch. Schmökerte den ganzen Tag, atmete den Duft der druckfrischen Seiten ein und vergaß die Welt um mich herum. Wie hatte ich es bloß so lange ohne ausgehalten? Genauer gesagt seit Weihnachten (zum Post)? Nach den Feiertagen konnte ich kaum aufhören zu schwärmen, von der Ruhe, der Entspannung, den fremden Welten, in die ich mich mit den Jahren immer seltener ziehen lasse. Doch woran liegt das eigentlich? Ist es nicht grotesk, dass ich zwar schon fast mein ganzes Leben lang davon träume, mir als Schriftstellerin einen Namen zu machen, jedoch immer seltener zu einem guten Buch greife? Wann lese ich eigentlich überhaupt noch? Wann nicht? Und wie konnte es passieren, dass Letzteres Überhand genommen hat?

Das Fräulein und die Lieblingsserie

Freitag, 25. April 2014


Kälte durchdrang den zarten Stoff, dort wo ihr Rücken die Wand berührte. Ihre Beine waren angewinkelt. Zu lange schon. Ein Kribbeln breitete sich langsam unterhalb ihrer Knie aus. Erst leicht, kaum merklich. "Das sind kleine Ameisen. Sie krabbeln an deinen Füßen hoch. Du musst sie nur abschütteln". Jahre waren seit diesem Gespräch vergangen und noch immer konnte sie sich an jede Einzelheit erinnern. Das Kribbeln schwoll an, wurde zu einem unangenehmen Stechen. Doch es war ihr egal. Sie würde die Ameisen nicht abschütteln. Nicht jetzt. Lieber harrte sie aus, ließ Worte und Bilder auf sich wirken. Szenen, die sie schon unzählige Male gesehen hatte und die ihren Atem noch immer stocken ließen. Aufmerksam verfolgte sie das Geschehen auf der Mattscheibe. 

Das Fräulein und der besondere Song

Freitag, 18. April 2014


Zaghafte Sonnenstrahlen tauchten die Natur in warmes Licht und ließen Bäume und Blumen in bunten Farben aufblühen. Regungslos lag sie im Gras und beobachtete die Vögel, die über ihren Kopf hinweg flogen. Die ersten Klänge der geliebten Melodie tönten aus den Kopfhörern. Lächelnd summte sie vor sich hin. Sie fühlte sich zurückversetzt in vergangene Momente, die ihr auch nach langer Zeit noch immer in lebhafter Erinnerung waren.

Das Fräulein und die Großstadtsehnsucht

Freitag, 11. April 2014


Zufrieden schaute sie in den Spiegel. Das Haar lag zur Abwechslung mal so, wie sie es wollte, der Lidstrich war erstaunlich gut geglückt und die hohen Schuhe ließen ihr Selbstbewusstsein gleich um ein paar Zentimeter mitwachsen. Sie fühlte sich rundum wohl und wäre am liebsten sofort vor die Tür gegangen... wäre sie nicht von der geliebten Großstadt zum Studieren auf's Land gezogen. Denn dort herrschte ein anderer Dresscode. Selbst für gar nicht mal so hohe Schuhe oder auffällige Accessoires war dort kein Platz. Was in der Heimat gang und gäbe war, garantierte in der Kleinstadt schiefe Blicke. Und weil das Kopfsteinpflaster es ihr auch nicht gerade leichter machte, half offensichtlich nur eins: Anpassung. Zumindest ein Stück weit, um sich nicht auf den ersten Blick als Zugezogene outen zu müssen.

Kolumne: Warum Anonymität eine Frage des Namens ist

Freitag, 4. April 2014


Bahnfahrten dauern meistens zu lang, sind strapaziös und im schlimmsten Fall sterbenslangweilig. Was also tun, um sich die Zeit zu vertreiben? Ich für meinen Teil, habe da eine ganz gute Lösung gefunden: reden, reden und noch mal reden und zwar mit den lieben Mitreisenden. Die Meisten freuen sich über die willkommene Abwechslung und nutzen die Gelegenheit ihre gesamte Lebensgeschichten in allen Facetten auszumalen. So auch letztens im Zug.

Das Fräulein und die Schlafprobleme

Freitag, 28. März 2014


Nun da die Tage länger und die heiß ersehnten Sonnenstunden mehr wurden, rückte auch ein anderer unliebsamer Termin näher: die Zeitumstellung. Jedes Jahr graute es ihr davor, die Uhr um eine Stunde vorzustellen. Wer ließ sich schon gerne eine Stunde Schlaf rauben? Vor einiger Zeit hegte sie noch die Hoffnung, sich irgendwann mit dem Wechsel anzufreunden, oder zumindest unterbewusst zu akzeptieren. Doch bislang hatte sie noch immer schmerzlichen feststellen müssen, dass das schwerer war als gedacht. Nur langsam gewöhnte sie sich an den neuen Rhythmus und trauerte noch Wochen später der verlorenen Stunde Schlaf hinterher. Mit Recht, wie sie fand. Schließlich warf die Sommerzeit ihren gesamten Tagesablauf über den Haufen.

Das Fräulein und die Frühlingsgefühle

Freitag, 21. März 2014


Kein einziges Wölkchen war am Himmel zu sehen. Sonnenstrahlen wärmten ihr Gesicht und hunderte Vögel zwitscherten ihr Lied. "Was für ein Traumwetter", dachte sie und trat kräftig in die Pedale. Der Frühling war offiziell angekommen und die Tage, an denen sie morgens im Dunkeln zur Arbeit fuhr und abends - wenn sie Glück hatte - in der Dämmerung zurück, schienen endlich gezählt. Doch genau genommen war der Frühling nicht erst seit heute da. Er hatte sich schon vor Wochen eingeschlichen, die ersten Blumen blühen lassen und für die eine oder andere Niesattacke gesorgt - Heuschnupfen sei Dank. Ganz schön früh für seine Verhältnisse. Kein Wunder also, dass ihre innere Uhr für einen kurzen Moment ausgesetzt hatte...

Kolumne: Warum Verkleidungen der Schlüssel zur Veränderung sind

Freitag, 7. März 2014


Erst wenige Tage ist es her, dass man nur wissend lächelte, wenn Rotkäppchen und der böse Wolf Hand in Hand vorbeispazierten oder Captain Jack Sparrow nach Feuer fragte. Auch ich konnte es nicht lassen, mich für den Kölner Karneval in Schale zu werfen und habe mich als Biene Maja und Zimmermädchen verkleidet. Der ein oder andere mag jetzt denken: die hat wohl vergessen erwachsen zu werden. Doch tatsächlich ist das, was in Kindertagen mit rosafarbenen Prinzessinnenkleidern begann, heute nicht mehr wegzudenken. Doch weshalb eigentlich nicht? Offenbar bin ich nicht die Einzige, die ab und an das Bedürfnis verspürt, sich mit ausgefallenen, witzigen oder kunstvollen Kostümen zu schmücken. Man denke allein Mal an die Vielzahl der Mottoparties, -Dinner, -Wochen und was es sonst noch alles gibt, die Anlass genug bieten, in Outfits jenseits des Alltäglichen zu schlüpfen.

Das Fräulein und die Zeit für sich

Freitag, 21. Februar 2014


Kalter Regen prasselte auf sie herab. Sie war durchnässt bis auf die Haut. Konzentriert setzte sie einen Fuß vor den anderen und strich sich die tropfnassen Haare aus dem Gesicht. Was für ein Wetter. Doch es blieb keine Zeit, sich mit dem Regen oder Kälte zu befassen. Nicht einen Moment wollte sie damit vergeuden, sich zu ärgern und an Nichtigkeiten aufzuhalten. Weshalb auch? Wen kümmerte es, dass es glatt war, dass ihre Schritte zaghaft waren und sich vergeblich Halt suchte? Sie rutschte weg, fing sich und lief weiter. Immer weiter. Nur nicht stehen bleiben.

Das Fräulein und der Valentinstag

Samstag, 15. Februar 2014


Skeptisch beäugte sie den goldenen Engel, der mit seinem Pfeil auf die üppige Auslage neben dem Eingang zielte. "Als wären die Herzkissen und Partnertassen sooo leicht zu übersehen", dachte sie sarkastisch. Zu allem Überfluss tönte auch noch eine angestaubte Kuschelrock CD aus den Lautsprecherboxen. Sie seufzte. Jetzt hatte es sich sogar schon der kleine Supermarkt um die Ecke zur Aufgabe gemacht, pünktlich zum Valentinstag Liebe zu verbreiten.

Kolumne: Warum das Leben vorbeizieht und wir nur hinterher winken

Freitag, 7. Februar 2014


"Was war in letzter Zeit bei dir so los?" Erwartungsvoll schaut mich die lang verschollene Freundin an. Gute Frage. Ich kann mich nicht einmal mehr daran erinnern, was ich vor zwei Tagen zu Mittag gegessen habe, geschweige denn, was in den letzten Tagen, Wochen oder Monaten passiert ist. Ganz unschuldig bin ich daran nicht, wenn ich so darüber nachdenke. Schließlich gehört Multitasking zu meinen Spezialitäten. Und plötzlich geschieht eben genau das: ich habe keine Ahnung, was ich die letzten Stunden eigentlich getan habe. Sang- und klanglos plätschert die Zeit dann an mir vorbei, ohne dass ich auch nur mit der Wimper zucke. Oft genug geschieht das auch, wenn ich mich in Gedanken in naher - meistens jedoch in ganz schön ferner - Zukunft befinde. Dann geistern Fragen wie "Was könnte ich in zwei Wochen zum Mädelsabend anziehen?" oder "Wie könnte es beruflich in einigen Jahren weitergehen?" im überfüllten Kopf herum.

Das Fräulein und die spärlichen Kochkünste

Freitag, 31. Januar 2014



Unheilverkündend gluckerte ihr Bauch vor sich hin. "Das waren bestimmt die Gummibärchen", ging es ihr durch den Kopf, während sie regungslos in ihrem Bett lag. Sie konnte mal wieder nicht einschlafen. Eigentlich hätte sie es vorhersehen können, denn selten kam das nicht gerade vor. Das geschah meistens an Tagen, an denen sie morgens im Dunkeln ins Büro hetzte und abends nur noch ins Bett fallen wollte. Kein Wunder, dass ihr da die Muße fehlte, nach der Arbeit noch den Kochlöffel zu schwingen. Nicht dass ihre Kochkünste überragend gewesen wären, doch etwas mehr als Fertig-Kartoffelsalat oder Nudeln mit Pesto aus dem Glas, würde sie sicherlich zustande bringen. Zumindest hoffte sie das, seit ihr bei den Leckereien von Jamie Oliver, das Wasser im Munde zusammengelaufen war, während sie sich mit einer Tütensuppe begnüge musste.

Kolumne: Warum wir öfter auf unser Bauchgefühl hören sollten

Sonntag, 12. Januar 2014


Müssen, sollen, dürfen - oder vielmehr nicht dürfen; gerne in Kombination mit guten Vorsätzen für das neue Jahr. Pünktlich zur Jahreswende - so hat es sich eingebürgert - erlegen wir uns munter einen Zwang nach dem nächsten auf, fast als wäre es eine sportliche Disziplin. Unaufhörlich kreisen sie dann in unseren Köpfen und lassen all das, was wir uns krampfhaft zu verbieten versuchen, noch reizvoller erscheinen. Kein Wunder, dass unsere guten Vorsätze bereits nach wenigen Wochen vergessen sind und wir in unsere alltäglichen Muster zurückfallen. Glücklicher Weise, so könnte man meinen. Denn was wäre es, würden wir tatsächlich akribisch an unseren Vorsätzen festhalten? Ein Leben geprägt von Verzicht, Einschränkungen und einer ganzen Wagenladung zusätzlicher Verpflichtungen. Sonderlich verlockend klingt das nun wirklich nicht.
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