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Das Fräulein und der Schockmoment

Donnerstag, 12. September 2013


Angenehm warm prasselte das Wasser an ihr hinunter, hüllte ihren Körper in sanfte Dampfschwaden. Der süße Duft ihres Mandelshampoos lag in der Luft und leise Musik ertönte aus dem Radio auf der anderen Seite des Duschvorhangs. Lange war sie schon nicht mehr so entspannt gewesen und hatte die Strapazen des Alltages vollkommen hinter sich gelassen. Sie stieß einen wohligen Seufzer aus, schloss die Augen und spürte wie der warme Wasserstrahl über ihre Haut glitt. Wie spät es wohl war? Sie hatte jegliches Zeitgefühl verloren. Prüfend warf sie einen Blick auf ihre Handinnenflächen - lange genug geduscht. 

Das Fräulein und der Liebste

Sonntag, 18. August 2013


Wehmütig blickte sie ihm nach, als er in den wartenden Zug stieg. Passanten eilten an ihr vorbei, rempelten sie an, doch es kümmerte sie nicht. Sie war viel zu sehr damit beschäftigt, ihn anzuschauen und mit jeder Faser ihres Körpers zu vermissen. Zögerlich drehte er sich zu ihr um und ihre Blicke trafen sich ein letztes Mal. Die Trauer stand ihm ins Gesicht geschrieben. Ihre Unterlippe begann zu beben. Mit einem schrillen Pfeifen schlossen die Türen und der Zug setzte sich in Bewegung. Sie biss sich auf die Lippe, doch der Kloß in ihrem Hals wuchs immer weiter und ihre Augen füllten sich mit Tränen.

Warum Schweigen nicht immer Gold ist

Dienstag, 11. Juni 2013


"Wenn du nichts zu sagen hast, dann tu' den Leuten einen Gefallen und halt die Klappe." Zack - das saß. Ungläubig starrte ich ihn an, den Mann, dessen Job es war, seine Studenten zu ermutigen, wenn sie mit der ein oder anderen Hürde zu kämpfen hatten. Ein kleiner Satz mag man meinen, doch seine Bedeutung erschütterte mich zutiefst. In der Tat, es gab sie, es gibt sie und es wird sie immer geben: diese Leute, die pausenlos reden, ob sie nun etwas zu sagen haben oder nicht. Während einige das Weite suchen, erliegen andere ihrem Wortschwall. Lassen sich berieseln, genießen vielleicht sogar den Moment der Stille im eigenen Kopf, wenn die Gedanken zur Ruhe kommen und keinerlei Reaktion auf das Erzählte erwartet wird. Doch darum ging es nicht. Es ging um weitaus mehr. Es ging um die Zukunft. 
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